Neue Mitglieder zu gewinnen muss nicht immer mit aufwendiger Werbung beginnen. Oft sitzen die besten Botschafter für einen Verein bereits jede Woche in der eigenen Umkleidekabine. Viele Sportler sind überhaupt erst durch Freunde, Geschwister oder Klassenkameraden zu ihrem Verein gekommen.
Genau diesen Effekt könnt ihr mit einer Bring-a-Friend-Aktion gezielt nutzen. Dabei lädt jedes Mitglied einen Freund oder eine Freundin zum Training ein. Der große Vorteil: Der Gast kennt bereits jemanden aus der Mannschaft, hat einen direkten Ansprechpartner und hat wahrscheinlich schon vorher Positives über den Verein und den Sport gehört.
Zwei Trainingseinheiten statt eines einzelnen Schnuppertages
Wir empfehlen, die Aktion nicht auf einen einzigen Tag zu beschränken. Plant stattdessen zwei aufeinanderfolgende Trainingseinheiten, zu denen jedes Mitglied möglichst einen Freund oder eine Freundin mitbringt.
Beim ersten Training ist vieles noch neu. Die Sportart, die Trainer, die Mannschaft und vielleicht sogar die Sporthalle müssen erst kennengelernt werden. Beim zweiten Training fällt diese Unsicherheit bereits weg. Die Gäste können sich stärker auf den Sport konzentrieren und bekommen einen deutlich realistischeren Eindruck vom Vereinsleben.
Ein weiterer Vorteil entsteht ganz automatisch: Mitglieder bringen meistens Freunde im ähnlichen Alter mit. Wenn eurem Verein beispielsweise gerade Nachwuchs in einer bestimmten Altersklasse fehlt, könnt ihr die Aktion gezielt mit dieser Mannschaft durchführen.
Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend
Eine Bring-a-Friend-Aktion verändert zwangsläufig den normalen Trainingsbetrieb. Wenn plötzlich zehn oder zwanzig unerfahrene Teilnehmer zusätzlich in der Halle oder auf dem Platz stehen, wird ein reguläres Leistungstraining kaum möglich sein.
Deshalb eignet sich besonders die Zeit außerhalb der Hauptsaison. Ohne unmittelbar bevorstehende wichtige Spiele oder Wettkämpfe könnt ihr das Training bewusst lockerer gestalten und euch mehr Zeit für die Gäste nehmen.
Das sollte von Anfang an eingeplant werden. An diesen beiden Tagen geht es weniger um maximale Trainingsqualität und mehr darum, Menschen für euren Sport zu begeistern.
Die Gäste sofort mitmachen lassen
Niemand möchte beim ersten Training eine halbe Stunde am Rand stehen und Regeln erklärt bekommen. Nach einer kurzen Begrüßung sollten die Gäste deshalb möglichst schnell aktiv werden.
Plant einfache Übungen, kleine Wettbewerbe und Spielformen, bei denen auch Anfänger Erfolgserlebnisse haben können. Eure bestehenden Mitglieder können dabei gemeinsam mit ihren Freunden trainieren und ihnen Regeln oder Bewegungsabläufe direkt erklären.
Der Anspruch sollte bewusst etwas niedriger sein als bei einem normalen Training. Spaß, Bewegung und Gemeinschaft stehen bei dieser Aktion an erster Stelle.
Ausrüstung darf kein Hindernis sein
Gerade bei Sportarten mit spezieller Ausrüstung besitzen Interessierte zunächst nicht das notwendige Material. Niemand sollte vor einer ersten Trainingseinheit etwas kaufen müssen.
Stellt deshalb möglichst die komplette benötigte Ausrüstung für eure Gäste bereit. Klärt bereits vor der Aktion, wie viele Teilnehmer ungefähr kommen und ob genügend Leihmaterial vorhanden ist. Falls bestimmte Kleidung oder Schuhe benötigt werden, sollten die Eltern dies bereits bei der Einladung erfahren.
Je unkomplizierter der erste Kontakt mit eurem Sport ist, desto leichter fällt auch die Entscheidung, ein weiteres Mal zu kommen.
Eure Mitglieder sind die besten Vereinsbotschafter
Der vielleicht größte Vorteil der Aktion liegt nicht im Training selbst, sondern in der persönlichen Empfehlung. Ein Freund hat wahrscheinlich schon vorher von Spielen, Turnieren, Mannschaftsfahrten oder lustigen Erlebnissen im Training erzählt.
Damit startet ihr nicht bei null. Der Verein wurde bereits von einer Person empfohlen, der der potenzielle Neuzugang vertraut.
Nutzt diesen Vorteil auch während des Trainings. Lasst die Freunde möglichst gemeinsam Übungen durchführen und achtet darauf, dass die Gäste schnell Kontakt zu weiteren Mannschaftsmitgliedern bekommen. Ziel sollte sein, dass sich ein Gast nach zwei Trainingseinheiten nicht mehr wie ein Fremder fühlt.
Nach zwei Trainings darf der Kontakt nicht abbrechen
Hat einem Gast die Aktion gefallen, muss der nächste Schritt möglichst einfach sein. Gebt deshalb nach dem zweiten Training einen übersichtlichen Flyer mit nach Hause. Darauf sollten Trainingszeiten, Ansprechpartner, Kontaktdaten und idealerweise ein QR-Code zur Vereinswebsite oder Anmeldung stehen.
Ihr könnt zusätzlich direkt sagen: „Komm nächste Woche einfach wieder mit.“ Das ist persönlicher als lediglich einen Flyer auszuhändigen und schafft einen klaren nächsten Schritt.
Eine kleine Erinnerung an die Aktion kann ebenfalls sinnvoll sein. Beispielsweise könnt ihr unter allen Teilnehmern eine personalisierte Trinkflaschen mit Vereinslogo verlosen.
Auch ein einheitlicher Auftritt der Trainer und Helfer trägt zum ersten Eindruck bei. Vereins-Shirts oder Poloshirts mit Vereinslogo machen Ansprechpartner sofort erkennbar und vermitteln gerade gegenüber Eltern einen organisierten Eindruck.
Aus einer Aktion kann eine feste Tradition werden
Funktioniert die Aktion gut, müsst ihr sie nicht einmalig durchführen. Ein Bring-a-Friend-Training kann beispielsweise einmal pro Saison oder gezielt dann stattfinden, wenn bestimmte Mannschaften neue Mitglieder benötigen.
Dokumentiert anschließend kurz, wie viele Gäste teilgenommen haben und wie viele davon in den folgenden Wochen erneut zum Training gekommen sind. So erkennt ihr schnell, ob sich die Aktion für euren Verein lohnt und was beim nächsten Mal verbessert werden kann.
Fazit
Eine Bring-a-Friend-Aktion nutzt etwas, das Vereinen ohnehin zur Verfügung steht: die Begeisterung der eigenen Mitglieder. Statt fremde Menschen von eurem Verein überzeugen zu müssen, beginnt der Kontakt über eine persönliche Empfehlung.
Zwei aufeinanderfolgende, bewusst einfach gehaltene Trainingseinheiten geben den Gästen genügend Zeit, den Sport und die Mannschaft kennenzulernen. Wenn Ausrüstung bereitsteht, die bestehenden Mitglieder ihre Freunde aktiv integrieren und anschließend der Weg zum nächsten Training klar ist, kann aus einem mitgebrachten Freund schon bald ein neues Vereinsmitglied werden.
0 Kommentare