Neue Mitglieder für den Sportverein zu gewinnen, muss nicht immer mit großen Werbeaktionen verbunden sein. Eine der besten Möglichkeiten sitzt bereits regelmäßig beim Training: die eigenen Mitglieder.
Wer gerne in seinem Verein ist, erzählt Freunden, Kollegen, Mitschülern oder Familienmitgliedern meist ohnehin davon. Eine gezielte „Mitglieder werben Mitglieder“-Aktion kann genau diesen Effekt verstärken. Bestehende Mitglieder empfehlen den Verein weiter und erhalten eine kleine Belohnung, wenn daraus tatsächlich ein neues Mitglied entsteht.
Der große Vorteil liegt im persönlichen Kontakt. Eine Empfehlung von einem Freund oder Kollegen wirkt anders als ein Flyer oder eine Werbeanzeige. Der Interessent kennt bereits jemanden im Verein, kann Fragen stellen und hat beim ersten Training direkt eine vertraute Person an seiner Seite.
Macht aus Empfehlungen eine feste Aktion
Natürlich kommen auch ohne eine solche Aktion immer wieder Menschen über Freunde und Bekannte in einen Verein. Mit einem festen Empfehlungsprogramm könnt ihr eure Mitglieder jedoch aktiv daran erinnern, einmal im eigenen Umfeld nachzufragen.
Die Aktion sollte möglichst einfach erklärt werden. Zum Beispiel:
„Du kennst jemanden, der gut zu unserem Verein passen würde? Bring ihn zum Probetraining mit. Wird daraus ein neues Vereinsmitglied, bedanken wir uns bei dir mit einer kleinen Prämie.“
Damit versteht jedes Mitglied sofort, worum es geht. Komplizierte Punktesysteme, lange Teilnahmebedingungen oder aufwendige Anmeldungen sind meistens nicht notwendig.
Die richtige Belohnung muss nicht teuer sein
Die Prämie soll ein Dankeschön sein und nicht der eigentliche Grund, jemanden für den Verein zu begeistern. Deshalb müssen Vereine dafür keine großen Geldbeträge ausgeben.
Besonders sinnvoll sind Belohnungen, die einen Bezug zum Verein haben. Das kann beispielsweise eine Trinkflasche, ein Handtuch, ein Vereins-Shirt oder ein anderer Vereinsartikel sein. Auch ein Gutschein für den Vereinsverkauf oder die Verpflegung bei einem Heimspiel kann funktionieren.
Eine personalisierte Trinkflasche mit Vereinslogo eignet sich beispielsweise gut als kompakte Prämie und wird anschließend regelmäßig beim Training verwendet.
Bei größeren Aktionen könnt ihr unterschiedliche Stufen anbieten. Für ein geworbenes Mitglied gibt es beispielsweise eine kleinere Prämie. Wer innerhalb eines Jahres mehrere neue Mitglieder vermittelt, erhält zusätzlich ein Vereins-Shirt oder einen Hoodie.
Wichtig ist dabei immer, dass die Kosten für den Verein überschaubar bleiben.
Legt vorher klare Regeln fest
Damit es später keine Diskussionen gibt, sollte vorher eindeutig feststehen, wann eine Empfehlung als erfolgreich gilt.
Eine sinnvolle Regel könnte beispielsweise sein: Die Prämie wird ausgegeben, sobald das neue Mitglied seinen Mitgliedsantrag abgegeben hat und die Mitgliedschaft tatsächlich begonnen hat.
Bei größeren oder hochwertigeren Prämien kann der Verein zusätzlich eine Mindestdauer festlegen. So verhindert ihr beispielsweise, dass eine teure Belohnung ausgegeben wird, obwohl das neue Mitglied nach wenigen Tagen wieder kündigt.
Auch sollte geklärt werden, wie dokumentiert wird, wer wen geworben hat. Am einfachsten ist eine kleine Angabe auf dem Mitgliedsantrag:
„Wie bist du auf uns aufmerksam geworden?“
Dort kann das neue Mitglied den Namen des Vereinsmitglieds eintragen.
So könnt ihr gleichzeitig feststellen, welche Maßnahmen zur Mitgliedergewinnung tatsächlich funktionieren.
Sprecht gezielt die Mannschaften an, die Mitglieder brauchen
Nicht jede Abteilung oder Mannschaft benötigt gleichzeitig neue Mitglieder. Genau deshalb kann ein Empfehlungsprogramm auch gezielt eingesetzt werden.
Fehlen beispielsweise Spieler in einer bestimmten Jugendmannschaft, könnt ihr genau diese Mannschaft ansprechen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass deren Mitglieder Freunde und Mitschüler im passenden Alter kennen.
Bei Erwachsenen funktioniert das ähnlich. Mannschaftskollegen können Freunde, Arbeitskollegen oder Partner ansprechen, die vielleicht ohnehin nach einer neuen sportlichen Aktivität suchen.
So wird nicht einfach wahllos für den gesamten Verein geworben, sondern dort, wo tatsächlich Bedarf besteht.
Macht den ersten Besuch unkompliziert
Die beste Empfehlung bringt wenig, wenn der erste Kontakt mit dem Verein kompliziert ist.
Interessenten sollten problemlos ein oder mehrere Probetrainings besuchen können. Informiert sie vorher darüber, wann und wo trainiert wird, welche Kleidung benötigt wird und ob besondere Ausrüstung notwendig ist.
Wenn eure Sportart spezielles Material benötigt, sollte möglichst Leihausrüstung zur Verfügung stehen. Niemand sollte vor dem ersten Training teure Ausrüstung kaufen müssen.
Auch hier hat die persönliche Empfehlung einen großen Vorteil: Das bestehende Mitglied kann seinen Freund direkt mitbringen, ihm die Halle zeigen und die ersten Mannschaftskollegen vorstellen.
Das neue Mitglied muss sich willkommen fühlen
Mitgliedergewinnung endet nicht damit, dass jemand die Sporthalle betritt. Jetzt entscheidet sich erst, ob aus dem Interessenten tatsächlich ein Mitglied wird.
Trainer und Mannschaft sollten wissen, dass ein Gast kommt. Eine persönliche Begrüßung, kurze Vorstellung und einfache Integration ins Training können einen großen Unterschied machen.
Gerade beim ersten Training sollte der neue Teilnehmer nicht minutenlang am Rand stehen oder ausschließlich komplizierte Übungen durchführen, die für Anfänger kaum zu bewältigen sind. Gebt ihm möglichst schnell die Gelegenheit, den Sport selbst zu erleben.
Das bestehende Vereinsmitglied kann dabei helfen. Lasst Freunde beispielsweise gemeinsam Übungen durchführen oder in derselben Gruppe trainieren. Dadurch bleibt der wichtigste Vorteil der Empfehlung erhalten: Der neue Teilnehmer kennt bereits jemanden.
Nicht nur einmal zum Training einladen
Nach einem einzigen Training können viele Menschen noch nicht beurteilen, ob ein Sport und ein Verein wirklich zu ihnen passen.
Ladet Interessenten deshalb ausdrücklich zu einem weiteren Training ein. Ein persönliches „Komm nächste Woche gerne wieder mit“ ist häufig wirkungsvoller als die Hoffnung, dass sich der Gast irgendwann selbst meldet.
Gebt zusätzlich einen kleinen Flyer oder eine Karte mit Trainingszeiten, Ansprechpartner und Kontaktdaten mit. Ein QR-Code kann direkt zur Vereinswebsite oder zum Mitgliedsantrag führen.
Damit ist der nächste Schritt klar.
Macht die Aktion im Verein sichtbar
Ein Empfehlungsprogramm funktioniert nur, wenn die Mitglieder davon wissen.
Stellt die Aktion beim Training vor, veröffentlicht sie in der Vereinsgruppe, auf der Website oder über Social Media und erinnert gelegentlich daran. Auch ein kleines Plakat im Vereinsheim oder in der Sporthalle kann ausreichen.
Dabei sollte die Kommunikation nicht ausschließlich um die Prämie kreisen. Viel stärker ist die Botschaft:
„Dir gefällt es bei uns? Dann zeig deinen Freunden, warum.“
Die Belohnung ist lediglich das zusätzliche Dankeschön.
Anerkennung kann genauso wertvoll sein wie eine Prämie
Nicht jede Belohnung muss einen materiellen Wert haben. Gerade bei größeren Aktionen könnt ihr besonders engagierte Mitglieder zusätzlich öffentlich würdigen.
Eine kleine Ehrung beim Vereinsfest oder eine Erwähnung in der Vereinszeitung kann zeigen, dass ihr die Unterstützung wertschätzt.
Bei Kindern und Jugendlichen kann beispielsweise am Saisonende unter allen erfolgreichen Werbern ein größerer Vereinsartikel verlost werden. So bleiben die Kosten kalkulierbar und trotzdem entsteht ein zusätzlicher Anreiz.
Das Programm sollte dauerhaft funktionieren
Anders als eine zeitlich begrenzte Bring-a-Friend-Aktion kann „Mitglieder werben Mitglieder“ dauerhaft laufen.
Ein Vereinsmitglied lernt vielleicht erst sechs Monate später jemanden kennen, der Interesse an der Sportart hat. Wenn das Empfehlungsprogramm bekannt ist, bleibt der Gedanke trotzdem präsent.
Ihr könnt zusätzlich einzelne Aktionszeiträume nutzen. Beispielsweise lässt sich vor Saisonbeginn oder nach den Sommerferien für einige Wochen eine besondere Prämie anbieten, wenn zu diesem Zeitpunkt gezielt neue Mitglieder gesucht werden.
So verbindet ihr ein dauerhaftes Empfehlungsprogramm mit gelegentlichen stärkeren Aktionen.
Prüft, ob die Aktion tatsächlich funktioniert
Nach einigen Monaten lohnt sich ein Blick auf die Zahlen. Wie viele Interessenten kamen durch Empfehlungen? Wie viele davon wurden tatsächlich Mitglied? Welche Mannschaften waren besonders erfolgreich?
Dafür braucht ihr kein kompliziertes System. Eine einfache Liste reicht meistens aus.
Diese Informationen sind wertvoll, weil ihr dadurch erkennt, welche Wege zur Mitgliedergewinnung bei eurem Verein funktionieren. Vielleicht stellt ihr sogar fest, dass persönliche Empfehlungen deutlich mehr neue Mitglieder bringen als andere Werbemaßnahmen.
Fazit
Die eigenen Mitglieder gehören zu den glaubwürdigsten Botschaftern eines Sportvereins. Sie kennen den Verein, können aus eigener Erfahrung berichten und haben direkten Kontakt zu Menschen, die möglicherweise gut in eine Mannschaft passen.
Mit einem einfachen „Mitglieder werben Mitglieder“-Programm könnt ihr diese Empfehlungen gezielt fördern. Klare Regeln, eine kleine attraktive Belohnung und ein unkompliziertes Probetraining reichen dafür häufig bereits aus.
Entscheidend bleibt aber die Erfahrung des neuen Interessenten. Die beste Prämie bringt nichts, wenn sich ein Gast beim Training nicht willkommen fühlt. Wenn dagegen Empfehlung, persönlicher Empfang und ein positives erstes Training zusammenkommen, kann aus einem Freund, Kollegen oder Mitschüler schnell ein neues Vereinsmitglied werden.
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